Spotlight On!

Inszenierung, Selbstdarstellung, Egozentrismus und Ich-Sucht sind Begriffe mit fadem Beigeschmack. Populärer denn je, doch deshalb nicht weniger unbeliebt, sind Menschen die sich jederzeit ins Rampenlicht drängen und ohne Rücksicht auf Verluste die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken versuchen.

Dabei ist ein gesundes Maß an Geltungsbedürfnis gesund und bedeutsam. Selbst- und Zielbewusstsein gilt im Alltag gar als erstrebenswert. Wer es versteht sich selbst zu verwirklichen und sich geschickt in Szene zu setzen, kann sich gemeinhin dem Ansehen als Karrierist mit hoher Selbstdisziplin und großer Integrität sicher sein.

Doch lohnt es sich bisweilen genauer hinzusehen. Ändern sich die Rahmenbedingungen, oder ballen sich oben genannte Persönlichkeiten an einem Ort, dann nehmen eben solche Eigenschaften teils abstruse Dimensionen an und potenzieren sich zu einem unbändigen Wust an überzogenen Eitelkeiten. Eben noch sympathische Charaktereigenschaften mutieren zu ausufernden narzisstischen Zügen, Selbstbewusstsein wird zu Arroganz und jedes noch so kleine Quentchen reflektierter Sichtweise verkümmert innerhalb kürzester Zeit zu einem Horizont mit dem Radius 0.

In meiner Reihe „soziokulturelle Lebensräume mit großem persönlichkeits-modifizierendem Potential“ soll es heute schlicht um das Fitness-Studio* gehen.

Betrachtende wir uns an dieser Stelle einige Phänomene die mit der Lokalität in Verbindung stehen und ziehen Rückschlüsse:

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Tiefer, breiter, schneller …

Der Spiegel widmete sich vor wenigen Tagen dem Fortbewegungsmittel Nummer eins der Rentnerwelt: dem Rolllator. Ihr wisst schon das vierrädrige mit zwei Handgriffen versehene Gestell mit welchem unsere alternden Mitmenschen in Zeitlupentempo über die Straße tuckern – weder noch links noch nach rechts guckend und arg wackelig auf den Beinen.

Ziel der Reise ist meist die nächst größere Gehhilfe: das eigene Auto (üblicherweise ein dicker Mercedes, Baujahr ’90, Farbe: beige, Erstbesitzer, kunstfellbezogene Sitze und mit einem Innenraum, der die feinen geruchlichen Nuancen von Tosca und Rheumasalbe versprüht)

Was mir bis dato nicht bewusst war, aber scheinbar doch im Trend liegt: Rolllatoren werden zunehmend frisiert; Hupen, LED-Leuchten und Schirmständer gehören mittlerweile fast schon zur Standardausstattung. Wer hip sein will versieht seinen Rentner-Ferrari mit einem Navigationssystem oder einem boxhandschuh-ähnlichem Frostschutzsystem für die Finger.

Der Rolls-Royce unter den Geriatrie-Flitzern kostet rund 800 Euro und hört auf den Namen „Trionic Walker“. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören: Alu-Leichtbauweise, Trommelbremse, Allrad-Federung, Luftbereifung und als heimliches Highlight eine One-Button-Modifzierung mit der sich das Gefährt sofort um einige cm schmaler machen lässt. Transformers lässt grüßen! Sonderausstattungen kosten natürlich extra. Mittels Baukastenprinzip lässt sich das Gefährt geländetauglich machen … hierfür zu erwerben sind unter anderem: Breitreifen, Designstrümpfe mit reflektierender Folie für die Rahmenrohre, Slick-Reifen und Golfschläger-Aufhänge-Vorrichtung. (zu finden hier)

Bei all der Innovation werden meiner Meinung nach ganz offensichtliche Gimmicks völlig übersehen. Deshalb hier meine ganz persönliche „Top 5″ der Dinge, die auf keinen Fall dem Rollator fehlen dürfen:

Platz 5: Eine Lesevorrichtung für die Apothekenumschau

… für die Rotphasen an Ampeln …

Platz 4: Handyfreisprecheinrichtung mit Kurzwahl direkt zum Ordnungsamt

… um sich über Parksünder und zu laute Kinder zu beschweren ..

Platz 3: DVB-T Antenne und Mini-Display

… um auch unterwegs nicht auf den Musikantenstadel verzichten zu müssen …

Platz 2: Kleingeld-Sortierbox

… um an der Kasse die Münzen gleich parat zu haben … (wird wohl kein Verkaufsschlager sein, denn wie wir alle wissen macht es Rentnern einfach schrecklich viel Spaß den ganzen Supermarktbetrieb aufzuhalten)

Platz 1: Eine Klosterfrau Melissengeist-Trinkspende-Vorrichtung.

… man könne sich hierbei am Vorbild „Formel 1″ orientieren; ein Knopf an der Lenkvorrichtung genügt und schon schießt ein wohlschmeckender Schuss Lebenselexier durch die Plastikschläuche direkt in die Mundhöhle … ggf. natürlich auch durch höherprozentiges zu ersetzen!

 

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Relikte kollektiver Angst

Angst ist eine mächtige Triebfeder menschlichen Handelns. Ängste können uns erstarren lassen, Ängste können uns lähmen, Ängste können uns zu Handlungen verführen die abstruse Ausmaße annehmen. Als die Welt zweigeteilt war, ein dritter Weltkrieg latent in der Luft lag und man von allen Seiten die Säbel rasseln hörte, setzte man der Angst ein architektonisches Denkmal.

17 Kilometer Tunnelsysteme, 12 Jahre Bauzeit und 5 Milliarden Mark Kosten. Das sind die Eckdaten der größten unterirdischen Anlage überhaupt: Der ehemalige Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland.

Ein ungenutzter Eisenbahntunnel aus Kaiserszeiten diente als Grundlage für das Irsinnsprojekt – getarnt von malerischen Weinbergen, umgeben von beschaulichen Ortschaften unweit der damaligen Hauptstadt Bonn. Im Ernstfall war das Bauwerk als Unterbringung für die Regierung vorgesehen. Strategisch günstig gelegen und schnell zu erreichen, wollte man für einen Nuklearangriff gewappnet sein. Um die „oberen 3000″ unterzubringen wurde an nichts gespart; unter Tage gab es Kapellen, Friseursalons, Groß-Kantinen, Fernsehstudios für Ansprachen und sogar einen Zeitungskiosk. Präsident und Kanzler erhielten eigene Unterkünfte, das übrige Kabinett und deren Mitarbeiter mussten sich mit Schlafsälen begnügen. Keine Sonderbehandlung gab es allerdings beim Betreten der Anlage: Sollten Teile Deutschlands zum Zeitpunkt des Notfallplans bereits nuklear verseucht sein, musste sich jeder der Dekontaminierung unterziehen und den Entgiftungstrakt passieren. Nachdem man kontaminierte Kleidung verbrannte unterzog man sich einem Duschbad unter fließendem und mit Ameisen-, Zitronen- und etwas Salzsäure angereichertem Wasser.

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- „Halte hier alles rein, und jeder kann zufrieden sein“ –

Beschriftung an einer der Bunkerwände

Vor dem Hintergrund des finanziellen Aufwandes, der Geheimhaltung und der Bauzeit des Megaprojekts ist es fast schon tragisch das der Bunker einem tatsächlichen Nuklearschlag niemals standgehalten hätte. Schon zu Baubeginn stellte man fest das das Konstrukt jeder Detonation die über der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe lag nichts entgegenzusetzen hätte. Natürlich wurde trotzdem weitergebaut. Wie hätte man sonst die bis dahin entstandenen Kosten rechtfertigen können?

Im Jahr 2001 begann man den Bunker zurück zu bauen. Erst ab diesem Zeitpunkt schienen 22 Millionen Euro jährliche Betriebskosten nicht länger vertretbar zu sein. Lediglich 200 Meter Museumsfläche stehen dem interessierten Publikum nach wie vor zur Verfügung: quasi als letzter betongewordener Zeitzeuge kollektiver Angst …

weiter Informationen zu diesem Thema unter: www.regbu.de

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Impressionen aus Französisch-Polynesien

Heute entdeckt und für wunderschön befunden: eine Fotostrecke mit Bildern aus Tahiti.

Nachdem sich Französisch Polynesien im Jahr 2005 weitestgehend von der Fernverwaltung Frankreichs gelöst hat, ist die Region sicherlich umso mehr eine Reise wert. Bis es soweit war hat Frankreich auf der polynesischen Insel Mururo (auf Deutsch: großes Geheimnis) sein Unwesen getrieben und über 30 Jahre lang zu Testzwecken über 180 Atombomben gezündet.

Die französische Regierung bestreitet bis heute eine erhöhte Strahlendosis in Polynesien. Was bleibt ist eine fünf mal höhere  Schilddrüsenkrebs-Quote im Vergleich zu anderen Pazifikregionen. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema gibt es übrigens hier.

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Ich habe einen Traum …

 

Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages die japanische Nation erheben wird um etwas wahrliches wundervolles zu erschaffen,

Ich habe einen Traum, dass sich der alltägliche tröge Toilettengang zu einem mit Spannung erwarteten Ereignis entwickelt, jenseits von Langeweile und stupidem „in die Schüssel strullern“,

Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Geschick an der Pinkelrinne beurteilt,

Ich habe einen Traum, das sich eines Tages Männer beim Toilettengang duellieren, Weltkriege am Pissoir ausmachen und somit nicht länger Menschen jenseits des Aborts Leid zufügen,

Ich träume von Sanitäranlagen dieser Erde: als Ort der Freude, des Spaßes, des Lachens und des Weinens, der Euphorie und des Triumphes,

Ich habe einen Traum … und heute wird mein Traum wahr!

 

Noch bis zum Monatsende testet Sega das Pissoir mit eingebauter Spielekonsole. Die Technik besteht im wesentlichen aus einem im Pissoir angebrachten Drucksensor und der damit verbundenen Spielekonsole inklusive Bildschirm.

Ich finde die Idee super, rege aber außerdem noch folgendes an:

1. Direkter Facebook-Link um mit seinen Freunden den Highscore zu teilen

2. Eingebauter Alkoholsensor; wer vorher getrunken hat sollte als Cheater entlarvt und aus dem Spiel ausgeschlossen werden. Wie jeder weiß sind mit Bier gefüllte Blasen deutlich druckvoller. Alkoholkonsum darf nicht zum Wettbewerbsvorteil werden!!

3. Multiplayer-Modus. Möglich wären extra breite Pissoirs an denen sich mehrere Männer in Kooperation dem Spiel widmen können

In den nächsten Tagen erwarte ich weitere Innovationen im Toilet-Gaming-Bereich.Den mit Sicherheit folgenden Mails von Frauen, die sich zurecht ausgeschlossen fühlen, wird der Konzern Gerecht werden müssen …

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