Winston Churchill hat sie geschrieben, Nelson Mandela auch. Nun will SPD-Chef Kurt Beck seine Memoiren veröffentlichen. wird auch Zeit, denkt sich mancher, machten doch schon vor der Sommerpause Umsturzgerüchte die Runde. Für den Umsturz hat in der SPD jedoch im Augenblick niemand Zeit, weil alle über Wolfgang Clement streiten. Deshalb kann Beck sein Buch schreiben.
Nun fürchtet mancher, Becks Buch könne so wie seine Reden werden – lang, abendfüllend, alle Aspekte umfassend und alle Personen nennend. Erste Hinweise, was der Pfälzer der Nation mitteilen will, lieferte der Verlag. Beck wolle den Leser auf seinem Weg vom Funkelektroniker und Bürgermeister bis “in die Zentren der Berliner Macht” mitnehmen. Nur ihm könne es gelingen, der Partei zu neuer Kraft zu verhelfen und die Flügel zusammenzuführen. Beck habe in der Politik derzeit “die schwerste Last zu schultern”. Aua.
Beck hat die Autobiografie übrigens alleine geschrieben. Wäre auch noch schöner. Man stelle sich vor, SPD-Vize Frank-Walter Steinmeier hätte das Vorwort verfasst, oder Parteilinke Andreas Nahles Fußnoten eingefügt.
Nicht wahr ist, dass SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Hartloff an einer Autobiografie schreibt mit dem Titel “Wie ich es schaffte, mich mehrmals selbst als Becks Nachfolger zu nennen.” Das gilt auch für Behauptungen, CDU-Chef Christian Baldauf erstelle gerade einen Radwanderatlas für Rheinland-Pfalz. Und schon gar nicht plant FDP-Fraktionschef Herbert Mertin ein Buch: “Opposition ist Mist”