Der Spiegel widmete sich vor wenigen Tagen dem Fortbewegungsmittel Nummer eins der Rentnerwelt: dem Rolllator. Ihr wisst schon das vierrädrige mit zwei Handgriffen versehene Gestell mit welchem unsere alternden Mitmenschen in Zeitlupentempo über die Straße tuckern – weder noch links noch nach rechts guckend und arg wackelig auf den Beinen.
Ziel der Reise ist meist die nächst größere Gehhilfe: das eigene Auto (üblicherweise ein dicker Mercedes, Baujahr ’90, Farbe: beige, Erstbesitzer, kunstfellbezogene Sitze und mit einem Innenraum, der die feinen geruchlichen Nuancen von Tosca und Rheumasalbe versprüht)
Was mir bis dato nicht bewusst war, aber scheinbar doch im Trend liegt: Rolllatoren werden zunehmend frisiert; Hupen, LED-Leuchten und Schirmständer gehören mittlerweile fast schon zur Standardausstattung. Wer hip sein will versieht seinen Rentner-Ferrari mit einem Navigationssystem oder einem boxhandschuh-ähnlichem Frostschutzsystem für die Finger.
Der Rolls-Royce unter den Geriatrie-Flitzern kostet rund 800 Euro und hört auf den Namen “Trionic Walker”. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören: Alu-Leichtbauweise, Trommelbremse, Allrad-Federung, Luftbereifung und als heimliches Highlight eine One-Button-Modifzierung mit der sich das Gefährt sofort um einige cm schmaler machen lässt. Transformers lässt grüßen! Sonderausstattungen kosten natürlich extra. Mittels Baukastenprinzip lässt sich das Gefährt geländetauglich machen … hierfür zu erwerben sind unter anderem: Breitreifen, Designstrümpfe mit reflektierender Folie für die Rahmenrohre, Slick-Reifen und Golfschläger-Aufhänge-Vorrichtung. (zu finden hier)
Bei all der Innovation werden meiner Meinung nach ganz offensichtliche Gimmicks völlig übersehen. Deshalb hier meine ganz persönliche “Top 5″ der Dinge, die auf keinen Fall dem Rollator fehlen dürfen:
Platz 5: Eine Lesevorrichtung für die Apothekenumschau
… für die Rotphasen an Ampeln …
Platz 4: Handyfreisprecheinrichtung mit Kurzwahl direkt zum Ordnungsamt
… um sich über Parksünder und zu laute Kinder zu beschweren ..
Platz 3: DVB-T Antenne und Mini-Display
… um auch unterwegs nicht auf den Musikantenstadel verzichten zu müssen …
Platz 2: Kleingeld-Sortierbox
… um an der Kasse die Münzen gleich parat zu haben … (wird wohl kein Verkaufsschlager sein, denn wie wir alle wissen macht es Rentnern einfach schrecklich viel Spaß den ganzen Supermarktbetrieb aufzuhalten)
Platz 1: Eine Klosterfrau Melissengeist-Trinkspende-Vorrichtung.
… man könne sich hierbei am Vorbild “Formel 1″ orientieren; ein Knopf an der Lenkvorrichtung genügt und schon schießt ein wohlschmeckender Schuss Lebenselexier durch die Plastikschläuche direkt in die Mundhöhle … ggf. natürlich auch durch höherprozentiges zu ersetzen!





Coller Beitrag! Wer sich dem Thema mit Spaß und einem Augenzwinkern nähern möchte, kann am internationalen Rollator-Treffen am Vatertag – Donnerstag, 17. Mai 2012 – in Rüsselsheim teilnehmen. Weitere Einzelheiten stehen hier: http://www.facebook.com/Rollatortreffen
Vielen Dank!
Das mein Artikel zu diesem Thema auch gleich auf Deiner Facebook-Seite verlinkt wurde macht mich Gewiss stolz.
Selbstverständlich bin ich auch gleich der Gruppe beigetreten!